Ev.-luth. Kirchengemeinde Wulften

Es war eine lange, lange Zeit!

 

Wir schreiben das Jahr 1974!

Was ich damals noch nicht ahnen konnte, der Beginn eines langen beruflichen Weges. Die Erinnerung ist noch ganz nah. Ich klingelte an der Tür des Pfarrhauses, um beim derzeitigen Pastor Thienemann meine Bewerbungsunterlagen abzugeben. Ich klingelte einmal, zweimal, dreimal. Plötzlich öffnete mir ein sehr zorniger, älterer, kleiner Herr und polterte lautstark, warum ich ihn in seiner Mittagsruhe störe? Oje, gleich beim ersten Mal ins Fettnäpfchen getreten, ein Erlebnis der besonderen Art. Trotz dieses Missgeschickes, bekam ich die Zusage mit der Begründung: „Sie kommen aus der Landwirtschaft, da haben sie sicher das Arbeiten gelernt. Im Kindergarten muss man anfassen können!“ Wie wahr!!!

Kurz darauf wurde ich den Eltern, Kirchenvorsteher/innen, den Vertretern der politischen Gemeinde und einigen anderen Herrschaften vorgestellt. Meine Aufregung sah man mir sicherlich an, da mich später der Bürgermeister August Lohmann beiseite nahm und sagte: „Mädchen, du brauchst doch nicht so aufgeregt zu sein, wir sind doch hier ganz einfache, liebe Menschen.! Der Beginn eines guten Miteinanders über viele Jahre. Mit den Kolleginnen Petra Mißling, Rosi Mutio, Bärbel Schülbe und als Vorpraktikantin Hiltrud Müller starteten wir am 1. November 1974.

In den ersten Jahren (es gab kein Handy, Internet usw.) waren Themen wie unser Dorf, die vier Jahreszeiten, Fasching, Sommerfest…….. bei den Kindern angesagt. Mit den Eltern gestalteten wir den Kindergeburtstag, sprachen über Spielangebote für Kinder, holten Referenten für Themenelternabende und boten Buchausstellungen an. Eltern aus Wulften und später aus Schwiegershausen hatten in lustigen Spielrunden ihren Spaß.

Das Gebäude und der Spielplatz waren neu und der Zeit entsprechend gut ausgestattet. So vergingen die Jahre. Mit dem neuen Pastor Schlichting klappte die Zusammenarbeit gut.

Die Zeit veränderte sich und somit auch die Kindergartenpädagogik. Die offene Arbeit regte zu Diskussionen an. Die Kinderzahl ging mal rauf, mal runter. Als Schwiegershausen dann einen eigenen Kindergarten bekam, wurden nur noch Wulftener Kinder betreut. Das war in Ordnung. Es gab einige starke Jahrgänge und wir mussten für 2-3 Jahre sogar eine Kleingruppe mit 15 Kindern in den Gemeinderäumen der Kirche unterbringen..

Ab 2009 waren es dann sowenig Kinder, dass eine Kindergartengruppe verschwand und die Krippenbetreuung für Kinder von 1-3 Jahren kam. Später reichte die Betreuung bis 12/00 Uhr nicht mehr aus. Wir öffneten das Haus bis 14.00, dann bis 15.00 Uhr. Das Mittagessen wurde eingeführt. Heute bekommen 30 Kinder eine warme Mahlzeit in der Einrichtung.

Im Januar diesen Jahres wechselte die Trägerschaft des Kindergartens vom Kirchenvorstand zum Verband Harzer Land. Eine Zeit der Veränderung!

Für mich heißt es nun nach 42,5 Jahren Abschiednehmen. Mit etwa 1000 Kindern, das Doppelte an Eltern, Großeltern, mit Kolleginnen, Referenten, Kirchenvorsteher/rinnen, Gemeinde- und Vereinsvertretern ……….. gab es viele gute Begegnungen. Wenn ich zurückblicke, war es eine wertvolle, reichhaltige Zeit für mich.

In all den Jahren habe ich versucht mein Bestes zugeben und Erfüllung in diesem anstrengenden, aber schönen Beruf gefunden. Mein „Kind“ loszulassen um zu gehen, ist nicht ganz einfach für mich.

Die letzten Monate habe ich mich Stück für Stück von vielen Dingen verabschiedet. Ein letztes Mal Gottesdienst, Geburtstage, Mitarbeitergespräche, Rausschmiss der Grossen, Laterne, Advent und Weihnachten, Elternaktionen.

Ich freue mich jetzt auf einen anderen Tagesrhythmus im Kreis meiner Familie und Freunde.

Ein großes „Dankeschön“ an die vielen Menschen die mich in all den Jahren begleitet, unterstützt und getragen haben. Menschen, die mit mir gestaunt, sich mit mir gefreut, die aber auch das Schwere mit mir geteilt haben. Ein besonderer Dank geht an meine Kolleginnen, die Jahr für Jahr ( und das waren viele Jahre) an meiner Seite ihr Bestes gegeben haben. Nur so konnten wir den Kindern etwas fürs Lebens mitgeben, sie stark machen.

 In jedem Abschied steckt ein Neubeginn!“

 Ich habe in meinem Inneren Platz geschaffen für Neues und freue mich darauf. Ich sage Tschüß und verabschiede mich ganz herzlich von Ihnen.

Ihre, Eure Margot Zöpfgen!

 

 

 

Der Kindergarten auf “Erlebnistour”!

Täglich machen wir Erfahrungen mit der Natur, besonders an unseren “Rausgehtagen” kommen die Kinder hautnah mit der Natur in Berührung.

Überall gibt es etwas zu entdecken, zu fühlen, zu hören, zu riechen und zu erforschen. Stöcker, Steine, Gräser, Regenwürmer, Schnecken...werden gesammelt und beobachtet.

Die Kinder zeigen große Freude am Spielen im Freien und Erkunden der Umwelt.

Eine Pause im Gras oder auf einem Baumstamm sowie ein kleines Picknick gehören natürlich auch dazu, das macht allen besonders viel Spaß!

WALDWOCHE IM KINDERGARTEN

Wie in jedem Jahr findet für die „Großen“ des Kindergartens die beliebte Waldwoche statt.

Einmal im Jahr gibt es diesen einwöchigen Ausflug in Begleitung eines Rangers in die freie Natur.

Eine Woche lang können die Kinder die Natur mit allen Sinnen, bei jedem Wetter, erforschen und entdecken. Spielend können sie Wald und Wiesen erkunden, klettern, toben, balancieren, springen, rennen, sich etwas bauen…und vieles mehr!

Die Kinder lernen wie sich Natur anfühlt!

Am Montag den 9. Mai sind wir mit 12 Kindern los gezogen, mit Fahrgemeinschaften der Eltern wurden wir zur Rangerstation nach Lonau gebracht, dort wurden wir von „unserem“ Ranger Dietmar bereits erwartet.

Nach einer Begrüßungsrunde und nach Absprache der Verhaltensregeln im Wald, ging es los in den Nationalpark.

Während wir alle einfach hinter Dietmar her marschiert sind, ist er immer wieder stehen geblieben und hat uns auf Spuren, Gräser, Gerüche und Geräusche aufmerksam gemacht, alles Dinge die wir vorher gar nicht wahrgenommen haben.

Aus seinem großen Rucksack hat er immer wieder Dinge heraus geholt und sie den Kindern näher gebracht, ein Geweih, ein Gebiss eines Tieres, einen Zahn…

Nach einem gemeinsamen Frühstück in einer Hütte, ging es weiter quer durch den Wald, dort konnten die Kinder sich austoben und gemeinsam ein Tipi bauen – Kraft, Absprache und Geschick waren hier gefragt!

Der erste Vormittag ging schnell zu Ende und schon wurden wir von den Eltern wieder abgeholt!

Die restlichen Tage der Woche haben wir in Wulftens Umgebung verbracht. Dietmar hat uns durch den Duttberg geführt, auf geraden Wegen wäre es ja langweilig – natürlich ging es über Stock und Stein quer durch den Wald, wir konnten Dachs und Fuchsbauten entdecken, die wir ohne Dietmar natürlich nicht gesehen hätten.

Im Schulwald haben wir auch einige Bauten und aufgewühlte Erde von Wildschweinen finden können.

Auf einer großen Wiese haben wir „Baumfäller“ gespielt und „Luchs kommt“, die Kinder wurden in Gruppen eingeteilt, es gab die Bäume und die Baumfäller, auch hier konnten die Kinder sich in Kraft, Geschicklichkeit und Gemeinschaft  ausprobieren. Teamarbeit war hierbei ganz wichtig!

An der „Bimmelbrücke“ sollten die Kinder in zwei Teams ein Naturbild legen, alles was es zu finden gab konnte eingebracht werden. Es sind zwei tolle Bilder entstanden!

Jeden Tag gab es natürlich ein gemeinsames Frühstück im Freien, da wurde dann auch schon mal gefragt wo man sich die Hände waschen kann und wo es eine Toilette gibt.

Die Tage sind viel zu schnell verflogen, das Wetter hat es jeden Tag gut mit uns gemeint – wir hatten viel Spaß zusammen!

Eine Waldwoche ist für alle ein spannendes Gemeinschaftserlebnis!

 

Vera Berlin